Art Fair Tokyo

Burgerstockersenger an der ART FAIR TOKIO

17. März - 19. März 2017

Mit den Künstlern: Nina Mambourg, Pascal Mählmann und Rudolf Jaeggi
artfairtokyo.com


“Via Roma I – Palermo”, 2015, Zement auf Jute, 190 x 253 cm, Foto: Björn Allemann

Thomas Müller

„ROMA“

25. November bis 4. Dezember 2016

Vernissage: Donnerstag, 24.11.16 von 18.00 bis 21.00 Uhr
Finissage: Sonntag, 4.12.16 von 15 bis 18.00 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr
Samstag von 13 bis 18 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 79 756 81 82

Location: Talacker 41, 8001 Zürich (neben Talacker Bar)


Akt der Stadt

Von Urs Bühler

Städte haben viele Identitäten. Ihre Charaktere offenbaren sich jedem Betrachter anders, je nach Perspektive. Und wer möchte behaupten, diese oder jene Ansicht sei die wahre? Sich der Stadt über die Darstellung von deren Körperlichkeit zu nähern, ist der Ansatz des Künstlers Thomas Müller. Gerade weil er uns von der alltäglichen Wahrnehmung wegführt, vermittelt er überraschende Einsichten.

Er wählt in Google Earth Bilder von Stadtfragmenten aus, zeichnet anschliessend die Umrisse der darin von oben zu sehenden Bauten nach und projiziert diese Umrisszeichnungen auf grossformatige Leinwände aus Jute oder Baumwolle. Dann trägt er mit dem Spachtel Zement oder Gips auf, um sogleich die Strassenzüge, Plätze und Innenhöfe wieder herauszuarbeiten. Bei den Bildern in Gips trägt er zudem noch mehrere Schichten, nun aber nur noch auf die Baukörper, auf. So entsteht eine pastose, beinahe skulpturale Oberfläche – die Textur des städtebaulichen Grundmusters. Da die Masse schnell trocknet, muss alles in hohem Tempo und Abstraktionsgrad geschehen: Innert weniger Minuten, wenn nicht Sekunden werden mit den zwei Baumaterialien Stadtteile rudimentär nachempfunden, die in der Realität oft über Jahrhunderte hinweg entstanden sind. Und jedes Bild trägt den Namen einer der abgebildeten Strassen, der damit ein Denkmal gesetzt wird, vom Corso Vittorio Emanuele II in Rom über die Rua dos Douradores in Lissabon bis hin zur Rue Berger in Paris. Während die Dachaufsicht, als fünfte Dimension einer Stadt, hier sozusagen ihr Pendant von unten her erfährt, wird gleichzeitig sichtbar, wie sich die städtebaulichen Texturen entlang einer Strasse wandeln.

Bei seiner fast schon archäologisch anmutenden Rekonstruktion fokussiert Müller allein auf die Struktur des Baukörpers, auf die Textur des Stadtraumes; Topografie, Gebäudehöhen, Vegetation, Gewässer, Farben und viele weitere, das Stadtbild in der Realität prägende Elemente lässt er weg. Ihn interessiert alleine der «nackte» Stadtkörper, die urbane DNA, die er auf diesem Weg freilegt. Um den Fokus auf das Körperbild des gespachtelten Stadtfragmentes noch zu verstärken, löst er sich bewusst von der herkömmlichen Plandarstellung, sprich der Massstab ist übergross und Norden ist nie oben. Am Schluss steht da, um es mit Worten Müllers zu sagen, ein «Akt der Stadt».

Dabei offenbaren die Stadtporträts überraschende bildnerische und plastische Qualitäten. Je nach gewähltem Material erhält das Ergebnis ein ganz anderes Gesicht: Der mineralische Zement spiegelt das Baumaterial an sich und verfestigt sich in unterschiedlichen Färbungen zu einem anmutsvollen, rohen Gesamteindruck. Die Versionen in Gips leben zudem von ihrer Tektonik, von akzentuierten Konturen und Schattierungen.

Beide Materialien geben ihrem Bearbeiter wenig Zeit, dem Betrachter aber viel Raum zur Interpretation. Der Geist hat die Wahl: Er lässt die geometrischen Formen als abstraktes Spiel zwischen Kubismus und Art brût ganz unvermittelt auf sich wirken – oder er erkundet wandelnd das dargebotene Muster: Vielleicht versucht er dabei, einen Aufriss zu rekonstruieren, womöglich füllt er Auslassungen mit eigenen Erinnerungen an die Stadt auf und haucht ihr gedanklich wieder Leben ein. Solcherart sind die Leerräume, mit denen die Kunst die Phantasie nährt.

“As I Did”, 2016, 57 x 77 cm, Aquarell

Carolina Nazar

«And If He Left Off Dreaming About You...»

11. bis 20. März 2016

Vernissage: Donnerstag, 10. März 2016 von 18 bis 21 Uhr
Finissage: Sonntag, 20. März 2016 von 15 bis 18 Uhr

Öffnungszeiten: jeweils Dienstags bis Freitags von 15 bis 18 Uhr
Samstags von 13 bis 18 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 76 398 97 87

Location: Hottingerstrasse 35, 8032 Zürich (vis-à-vis VBZ-Haltestelle Hottingerplatz)


Die im Tessin lebende argentinische Künstlerin Carolina Nazar ist in Córdoba aufgewachsen und setzt sich in ihren Gemälden mit den europäischen Einflüssen auf die südamerikanische Lebensweise, Kultur und Religion auseinander. Ihr künstlerisches Schaffen ist dabei geprägt von einer Auseinandersetzung mit inneren und äusseren Bildern. Von Alltäglichen Gegenständen, welche die Künstlerin umgeben, können die verschiedensten Figuren Eingang in ihre Zeichnungen, Aquarelle, Ölgemälde und Collagen finden. Einerseits aus dem Fundus ihrer Erinnerung, andererseits aber auch durch bestehendem Bildmaterial wie Fotografien, die sie frei interpretierend und manchmal auch variierend auf den Bildträger überträgt oder zum Ausgangspunkt ihrer Bildkreationen nimmt. Essentielle Themen des Lebens: Geschichte, Familie, Religion und Krankheit ziehen sich bereits seit längerem durch ihr Werk, ebenso zeichnet sich dazu eine vertiefte Beschäftigung mit Einflüssen aus der südamerikanischen Literatur und Musik ab. Bei deutlich persönlichen Ansätzen bleiben Carolina Nazars Arbeiten jedoch offen für verschiedene Lesarten und gestatten das individuelle Einfühlen und Eindenken des Betrachters. In ihren Bildern haben sich Phänomene, Prozesse und Erinnerungen eingeschrieben und sich dabei teilweise symbolisch verdichtet. So begegnet uns in den Galerieräumen eine ganz eigene, vielfältige Welt, in der dennoch alles mit allem zusammenhängt.

Der Ausstellungstitel «And If He Left Off Dreaming About You…» verweist auf ein Lied des kubanischen Musikers Silvio Rodríguez und gibt zugleich das Konzept der Ausstellung von Carolina Nazar vor. Nicht nur die Musik spielt in ihrem künstlerischen Schaffen eine wichtige Rolle, sondern auch literarische Texte und vor allem Lyrik, beispielsweise von Dichtern wie Jorge Luis Borges, Julio Cortázar und Alejandra Pizarnik.

«Als ich anfing zu malen, war plötzlich eine Welt da, in der niemand aus meiner Umgebung seine Meinung abgeben konnte. Ich fühlte mich frei, das war meine Welt. Meine Arbeit ist mein Herz. Sie ist genau das, was ich bin» ,erzählt Carolina Nazar der Galeristin Anna von Senger in einem Interview über ihre Arbeit. Diese Aussage spricht für ihre unendliche Offenheit für Neuentdeckungen, die ihre Kunst ausmacht. Die offene Struktur lässt Raum für Geschichte und vor allem für Geschichten. Die Überlagerung von Vergangenem und Gegenwärtigem lassen neue Zeiträume entstehen. Banalitäten verschwimmen im Raum der Zeit und drängen sich vermutlich unmittelbar, und zum Teil ohne dass man möchte, ins Bewusstsein der BetrachterInnen.

In der Kombination von Landschaften, Architektur, Menschen, Tieren und abstrakten Formen gelingt es der Künstlerin ihre eigenen Empfindungen festzuhalten. Immer wieder finden sich in ihrem künstlerischen Werk dadurch Bezüge zu Ereignissen und Personen aus der argentinischen Geschichte und dem eigenen Umfeld. Die Motive sind vielfältig und oft entstehen mehrere Versionen und wiederkehrende Objekte, sind aus der Zeitachse heraus gerissene Momentaufnahmen, zum Teil völlig entkontextualisiert und in eine neue Welt gesetzt.

Fühlen ist sehr wichtig für die Künstlerin, nicht nur die eigen Gedanken, Träume und Emotionen, sondern auch das Spüren des Pinsels in der Hand und wie dieser damit über das Bildmaterial geführt wird.«Ich bin frei zu fragen und zu antworten; andere Wege zu beschreiten, um das zu untersuchen, was auf uns als absolute Wahrheit zukommt; ich urteile, ich schwatze, ich sage, ich weine, ich spiele, ich male, ich entwickle, ich entdecke versteckte Dinge – mit anderen Worten: Ich lebe.» In ihren Bildern bietet dadurch Carolina Nazar die Möglichkeiten zum Weiterdenken an, und lässt die BetrachterInnen in ihren Werken in eine neue Dimension eintauchen. Es sind Bildergeschichten ohne Anfang und ohne Ende. Zugleich zurückhaltend und verspielt, kreisen um die Fragen der eigenen Identität und Wurzeln. Dem Publikum der Ausstellung wird viel Raum zur eigenen Interpretation gelassen – ähnlich wie ein Musikstück oder Gedicht bestimmte Stimmungen evozieren können und Gedanken in eine gewisse Richtung lenken, ohne dabei etwas zu erzwingen.

Text: Patricia Bianchi, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin

„Cuatro lunas“, 2010, Gouache auf Papier, 100x70cm

Silva Preiss

«My Journey Called Life»
Bilder & Skizzen, 1990 – 2015

8. – 22. März 2015

Vernissage: Sonntag, 8. März von 16 bis 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 22. März von 16 bis 19 Uhr

Öffnungszeiten: jeweils Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 76 398 97 87

Location: Werk 39
Untere Heslibachstrasse 39, 8700 Küsnacht (nur öffentliche Parkplätze)


Silva Preiss – My Journey Called Life

8. bis 22. März 2015

«Das war’s» könnte man doch ihre letzte Ausstellung, eine Retrospektive der letzten fünfundzwanzig Jahre, betiteln, schlägt die Künstlerin Silva Preiss (*1927 in Zürich, lebt und arbeitet in Zürich) vor und verwirft die Idee auch gleich wieder – das würde ja vermitteln, dass sie mit fast 88 Jahren nach dieser Ausstellung keinen Strich mehr machen würde. Retrospektiven haben immer den Charakter einer Rückschau, eines gesammelten Überblicks, oft mit dem Bestreben, Entwicklungen oder bestimmte Themen sichtbar zu machen. Ein Blick auf die Malerei und die Skizzen von Silva Preiss seit 1990 zeigt eine lebendige Vielfalt unterschiedlicher Themen und wechselnder Stile: von den atmosphärisch dichten Bildern, die aus Skizzen am Luganer See entstanden über eine 15-teilge Serie kleinformatiger Gemälde, die in leuchtendem Pink Abstraktes und Gegenständliches in einen musikalischen Dialog treten lassen bis zu den grossformatigen, abstrakten Bildern. Vielfalt bedeutet im Werk von Silva Preiss nicht Widerspruch, sondern zeigt wechselnde Blickpunkte bei dem Versuch, sich zeichnend und malend ein Bild von der Welt, ihren wechselnden Stimmungen und Momenten zu machen.

Eine Offenheit bestimmt den Malprozess als ob Silva Preiss ihre Gedanken nicht beim Sprechen, sondern beim Malen verfertigt. «Ich fange an zu malen, und wenn das Bild fertig ist, kenne ich seine Geschichte» erklärt sie ihren Arbeitsprozess. «Es geht auch um das Warten bis Du es zulassen kannst, dem Bild zu erlauben aufs Papier oder die Leinwand zu kommen – auch wenn es das ist, was Du nicht malen willst. Das ist schwierig (…). Aber nur so kommt man zum Wesentlichen».

Die Malereien von Silva Preiss nehmen ihren Anfang fast ausschliesslich in kleinformatigen Zeichnungsbüchern oder -heften. Hier werden Eindrücke, Zitate, Reisen, Familienereignisse festgehalten. Sie sind Skizzenbücher, Tagebücher, eigenständige Werke, Fundus und Archiv. Aus dem Dokumentierten des eigenen Lebens entstehen oft atmosphärisch verdichtete Malereien. Und so entscheidet sich Silva Preiss für einen anderen Ausstellungstitel: «My Journey Called Life».

Kerosene Truck, 2012 120 x 90cm, Color Inkjet on Epson Enhanced Matte Paper, Ed. 3

Patrick Mueller

#nofilter

6. – 19. Juni 2014

Vernissage: Donnerstag, 5.6.14, 18 bis 21 Uhr
Finissage: Donnerstag, 19.6.14, 18 bis 20 Uhr

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 79 756 81 82

Location: ADC Switzerland
Zentralstrasse 18, 8003 Zürich

Tram 9 oder 14 bis Schmiede Wiedikon,
Zweierstrasse Richtung Seebahnstrasse, Ecke Zweier- und Zentralstrasse.


Andromeda, 2012, Öl auf Leinwand, 200 x 150cm

Rosina Kuhn

“Venezianische Himmel”

9. – 22. Mai 2014

Vernissage: Donnerstag, 8.5.14, 18 – 21 Uhr
Um 19 Uhr Einführung von Paul Tanner, Leiter der Graphischen Sammlung der ETH
Finissage: Donnerstag, 22.5.14, 18 – 20 Uhr

Öffnungszeiten: Do und Fr: 14 bis 19 Uhr, Samstag: 12 bis 18 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 79 756 81 82

Location: c/o Galerie le sud
Bachstrasse 9, 1. Stock, 8038 Zürich

Bus 161 und 165 ab Bürkliplatz bis „Rote Fabrik“
Mythenquai zurück Richtung City bis Bachstrasse auf rechter Seite


Die Galerie Burgerstocker freut sich, eine Ausstellung mit Arbeiten von Rosina Kuhn präsentieren zu dürfen.

„Rosina Kuhn und Tiepolo: eine auf den ersten Blick überraschende Kombination. Und vielleicht auch auf den zweiten, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Als die Künstlerin sich 2011 mit einem Atelierstipendium das Palazzo Castelforte für 6 Monate in Venedig aufhielt, war klar, dass sie sich nicht nur mit der venezianischen Gegenwart, sondern auch mit der einzigartigen künstlerischen Vergangenheit der Lagunenstadt auseinandersetzen würde. Doch hätte man erwartet, dass sich Rosina besonders von der kraftvollen, sinnlichen, körperbetonten und farbenprächtigen des venezianischen Cinquecento, von Künstlern wie Tizian, Tintoretto oder Veronese angezogen fühlen würde. Stattdessen wählte sie als Partner eines malerischen Dialogs über die Jahrhunderte Giambattista Tiepolo (1696 – 1770), den letzten grossen Vertreter der venezianischen, ja der italienischen Malereitradition der frühen Neuzeit.
(…)
Nun ist schon diese intensive Auseinandersetzung mit der älteren Kunst etwas Neues im Werk von Rosina Kuhn. Zwar hat sie sich von Anfang an für die Malerei aller Zeiten begeistert, immer wieder Inspiration in der Tradition gesucht und gefunden. Am Anfang ihrer Beschäftigung mit der Porträtmalerei stand die Begegnung mit Balthus, dessen Bild Kathia lisant sie in einer eigenen Fassung kopierte; später, 1990, schuf sie drei ganzfigurige Porträts als Hommage an Balthus. Doch systematische Variationen über Arbeiten aus der älteren Kunst, wie wir sie beispielswiese aus dem Werk von Picasso oder Lichtenstein kennen, waren bisher nicht entstanden. Rosinas Malerei war zu sehr im Leben, das sie umgab, verwurzelt und ihr Freiheitsdrang zu gross, als dass sie Zeit und Interesse gehabt hätte, sich der Welt durch die Brille eines anderen Künstlers zu nähern; eine autoreferentielle Kunst, die ihre eigene Geschichte reflektiert, lag ihr nicht.

An Balthus faszinierte Rosina Kuhn neben den rein malerisch-formalen Qualitäten das Verhältnis zwischen Figur und Bildraum und die psychologische Dimension; es war also folgerichtig, dass er bei ihrer Hinwendung zur Porträtmalerei zu einer künstlerischen Referenz wurde. Umso erstaunlicher ist unter diesem Gesichtspunkt die Beschäftigung mit Tiepolos Gewölbedekorationen, die den Betrachter kaum durch ihren emotionalen Gehalt fesseln: Es handelt sich um eindrucksvoll orchestrierte Allegorien und Heiligenvisionen, die den letzten Höhepunkt einer spezifisch barocken Bildrhetorik markieren, kurz bevor dieses Genre durch den Geschmackswandel im Zuge von Aufklärung und Klassizismus in Verruf geriet und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein allgemein als hohler Pomp abgetan wurde. Die geistige Distanz zu Rosinas Erd- und menschenverbundener, leidenschaftlicher, vor allem aber antirhetorischer Kunst könnte kaum grösser sein.
(…)
Ein Vergleich zwischen Tiepolos Original und dem, was die Künstlerin daraus macht, zeigt jedoch rasch: Es geht Rosina nicht um den Inhalt, sondern um die Malerei, um ihre Malerei. Tatsächlich sind die figürlichen Motive des Venezianers in ihren Bildern kaum wiederzuerkennen: Die Madonnen, Heiligen, Engel, Götterfiguren, Tugendpersonifikationen und übrigen Akteure, die Tiepolos Himmelsvisionen bevölkern, sind weitgehend in abstrakte Farbflecken verwandelt, verlieren ihre klaren Konturen, verschmelzen miteinander und mit den Wolkenformationen und architektonischen Motiven, die das Oben und Unten des Bildraums definieren.
(…)
Doch die Zersetzung ist keineswegs total; vielmehr leben die Venezianischen Himmel von der Spannung zwischen Abstraktion und Figuration. Immer wieder heben sich einzelne Figuren – meist solche die in der Bildstruktur der Vorlage eine zentrale Rolle einnehmen – deutlicher aus dem Farbgefüge hinaus, sind als Lebewesen wenn nicht zu erkennen, so doch zumindest zu erahnen und geben so eine Andeutung dramatischen Geschehens.
(…)
Die Venezianischen Himmel sind also keineswegs ein Fremdkörper, ein Ausreisser im Werk Rosina Kuhns, sondern eine konsequente Fortsetzung ihres künstlerischen Wegs, den sie seit über einem halben Jahrhundert mit beeindruckender Kompromisslosigkeit geht, ohne Rücksichtslosigkeit geht, ohne Rücksicht auf die wechselnden Moden, einzig ihrer eigenen künstlerischen Richtschnur, folgend: die Welt zum Thema ihrer Malerei zu machen – und die Malerei zu ihrer Welt.“

Aus dem Vorwort von Samuel Vitalis Text „Die Welt als Farbwolke: Zu den Venezianischen Himmeln von Rosina Kuhn“

rosinakuhn.com

Superposition 3×60°, 2013, Tusche auf Papier, 150 x 150cm

Rudolf Jaeggi Germano

“Superposition”

24. Januar – 6. Februar 2014

Vernissage: Donnerstag, 23.1.14, 18 bis 21 Uhr
Finissage: Donnerstag, 6.2.14, 18 bis 20 Uhr

Öffnungszeiten: Do und Fr: 16 bis 20 Uhr, Samstag: 14 bis 19 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 79 756 81 82

Location: Photogarage
Werdstrasse 128, 8003 Zürich

Tram 9 oder 14 bis Bahnhof Wiedikon
Schimmelstrasse in Richtung Tunnelstrasse, dann rechts in Werdstrasse einbiegen.


Die Galerie Burgerstocker freut sich, die dritte Ausstellung mit Arbeiten von Rudolf Jaeggi Germano präsentieren zu dürfen. Und zum dritten Mal überrascht der Berner aus Rom mit einer komplett neuen Erzählweise:

In der Arbeit „Superposition“ bildet die Geometrie den Schnittpunkt von Abstraktion und Ornament. Rudolf Jaeggi Germano zeichnet geometrische Figuren und Ornamente mit Tusche von Hand auf Papier. Dabei überlagert er zwei gleiche oder zwei verschiedene Muster leicht verschoben. So entstehen Interferenzmuster, welche durch die Überschneidung der jeweiligen Muster entstehen. Was den Künstler dabei interessiert, sind diese Interferenzen – sie sind zwar sichtbar, aber gleichzeitig nicht existent.

Nebst dem sind Rudolf Jaeggi Germanos aktuelle Arbeiten auf der Grenze zwischen Kunst und Mathematik angesiedelt, wie wir es von der Musik von J.S. Bach kennen. Dieser liess Musik und Mathematik auf wundersame Weise verschmelzen, in dem den Klang mit mathematischen Mitteln zu vollkommenen Gebilden geformt hat. Doch bis zu welchem und ab welchem Punkt kann eine mathematische Struktur ein ästhetisches Empfinden und Emotionen hervorrufen? Oder bis wohin kann die Kunst mathematischen Gesetzen folgen?

Neben dem Gegensatz von Kunst und Mathematik bilden die Arbeiten von Rudolf Jaeggi Germano auch den Schnittpunkt von Vernunft und Unterbewusstsein, natürlich und künstlich sowie von Ordnung und Chaos. Darüber hinaus untersucht er das Verhältnis von Linie und Fläche: Bis wann nimmt man noch eine einzelne Linie wahr, ab wann werden die Linien zu einer einzigen grauen Fläche?

„Die grundlegenden Formen der Schönheit sind die Ordnung, die Symmetrie und die Präzision.” (aus: „Metaphysik“ von Aristoteles)

Rudolf Jaeggi Germano lebt in Rom und hat seit 2004 regelmässig Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen in Rom, Zürich, Neapel, Bern etc.

mrjaggi.wordpress.com

Aus der Serie “Alltag” POWER POINT 19.11.2010 Acryl auf 3D-Collage auf Leinwand (100x100) 2011

Jean Etienne A.

“Undercolor Diary” 1 Werkreihe, 8 Serien, 40 Exponate

15. – 30. November 2013

Vernissage: Donnerstag, 14.11.13, 18 bis 21 Uhr
Es spricht Martin Heller

Finissage: Samstag, 30.11.13, 17 bis 20 Uhr

Öffnungszeiten: Do und Fr: 14 bis 20 Uhr, Samstag: 12 bis 19 Uhr
Oder nach telefonischer Vereinbarung: +41 79 756 81 82

Location: Haus der Kommunikation
Freiestrasse 129, 8032 Zürich

Tram: 3/8/15 Hölderlin-, 15 Englischviertelstrasse
Auto: Von Hegibachstrasse in Freiestrasse, wenig Parkplätze


Die Galerie Burgerstocker freut sich, die erste Einzelausstellung des Schweizers Jean Etienne A. zu präsentieren: Arbeiten der letzten zweieinhalb Jahre, die Werk-reihe „Undercolor Diary“ in acht Serien und rund 40 Exponaten.

Undercolor Diary macht die Dokumente von Ereignissen politischer, gesellschaft-licher, kultureller oder privater Art zu künstlerischen Objekten und nimmt gleichzeitig diesen Ereignissen ihre ursprüngliche Wichtigkeit.

Zunächst arbeitet Jean Etienne A. diese Aktualitäten oder Erinnerungen detailliert auf und dokumentiert sie akribisch. Hunderte von Artikeln aus der Weltpresse im Falle eines politischen Vorfalls, lückenlos jeder Beleg, jedes Ticket, Fotos, Ortspläne, Menükarten, Einkaufstüten einer Reise, alle Wochen- und Aufgabenblätter mit tausenden von Einträgen zu Terminen und Pendenzen einer Jahresagenda, sämtliche Gegenstände eines Referates, vom MacBook bis zur Büroklammer, 89 Sound-Kassetten eines Teenagers – und so fort.

Danach collagiert er diese Originaldokumente der Ereignisse, in einer formalen Komposition, die aus Gründen der Authentizität bewusst selektiv angelegt ist. Worauf als letzter, alles völlig verändernder Akt diese Collagen vollständig übermalt werden. Also unter Farbe, halbtransparent oder deckend, wieder „verschwinden“, sozusagen abgelegt und verinnerlicht – um als innerer Wert der äusseren Erscheinung weiter zu wirken.

Das Resultat sind monochrome Tableaux von plakativer Signalwirkung und gleichzeitig erzählerischer Dichte. Auf den ersten Blick nicht alles preisgebend lassen sie bei jedem Betrachten wieder Neues entdecken. Weshalb sie auch nicht nur einen Titel mit dem Ereignisdatum tragen: Vom sofort Sichtbaren bis zum nur noch Erahnbaren listet Jean Etienne A. alles, was darin verarbeitet ist (und man damit bekommt), in detaillierten Bildbeschrieben auf – als integrierter Bestandteil des Verständnisses dieser Arbeiten in ihrem Kontext.

Dieser Werkzyklus, den man auch als Chronik in Farben bezeichnen könnte, lehnt sich am ehesten den Ansichten des „New Realism“ an und kombiniert sie mit einem eigenen kontemplativen Duktus. Dies in einem konsequent handwerklich-malerischen Stil, „no computing, all hand-made“. Die bewusst spürbaren Leim-, Roller- und Pinselspuren akzentuieren denn auch den Gemäldecharakter.

Das Thema „Undercolor Diary“ eröffnet ein beinahe unerschöpfliches Spektrum an Anwendungen, die acht Serien unterscheiden sich vielfältig. Von zum Beispiel dem Todestag von Steve Jobs in der Press-Art-Serie „News“ über die Bundesratswahl in „Timings“, die Schallplattensammlung (Sound 1957-66) in „Estrich“, bis zum TV-Serie-Abend (Desperate Housewives 12.10.2009) in der 3D-Serie „Alltag“: Weltbewegende Ereignisse werden da genauso dokumentiert wie autobiografische Momente aus dem vollen Leben.

Jean Etienne A. (1945) schloss an der Schule für Gestaltung Zürich (heute Teil der ZHdK) in Graphic Design ab, bevor er sich zunächst einen Namen in der Werbung machte, als Kreativer und Agenturgründer, Jury-Mitglied aller wichtigen Kreativwettbewerbe, Dozent an mehreren Hochschulen, Präsident des Art Directors Club, Bestseller-Autor („Einfall oder Abfall“) – und mit unzähligen preisgekrönten Kampagnen. Daneben entstanden regelmässig künstlerische Werke über verschiedene Stilphasen (Konstruktivismus, Action Painting, Minimal Art), bis er sich seit 2009 uneingeschränkt dem bildnerischen Schaffen widmet.


Frank Bodin Kunstschaffender und Chairman Havas Worldwide: Da geht einer hin und führt Buch. Über den Alltag, über Städte, über kleine Dinge wie grosse Ereignisse, über Persönlichkeiten wie über Brüche, über Räume wie über die Zeit. Aber der das macht, macht es nicht wie ein Buchhalter oder Tagebuchschreiber – er vereinigt die Versatzstücke auf einer Leinwand zu etwas Neuem und in einer ihm eigenen Ästhetik. Ich kenne Jean Etienne A. nun doch schon einige Zeit. Bereits als wir uns das erste Mal begegneten, sprachen wir über Kunst (ich fragte ihn um Mithilfe bei einem meiner Kunstprojekte an). Er beeindruckte mich vom ersten Moment an mit seiner ihm eigenen Gründlichkeit und Professionalität und Passioniertheit. Immer mit dem Anspruch, etwas Aussergewöhnliches, etwas Grosses zu schaffen. Nicht Bilder, sondern Tableaux. Jean Etienne war schon immer überragend. Auch jetzt wieder als Künstler. Sein Werk strahlt gross und würdig.

Hans Ulrich Schweizer Präsident 2003-12 Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst: Zeitlebens hat es der Kreative Jean Etienne A. immer wieder verstanden, mit seinen reichen Begabungen zu überraschen – die überraschende Idee als Ingredienz für erinnerungsstarke Eindrücke von grosser Wirkung. In den 80iger und 90iger-Jahren setzte er damit brillant gewichtige Impulse für die Werbung, seine Erkenntnisse sind zu lesen im 2003 erschienenen Sachbuchbestseller mit dem Titel „Einfall oder Abfall“. Dieser Titel wird nun gleichsam zum Programm, ja zum Konzept schlechthin, für die aktuelle Werkpräsentation von A., womit der konstruktiv und konzeptuell arbeitende Künstler einmal mehr das interessierte Publikum gehörig zu überraschen vermag. Wie können die Spuren einer übervollen vita activa zu Zeichen für eine vita contemplativa mutieren? Mit seiner über die letzten Jahre entstandenen Werkreihe „Undercolor Diary“ gibt Jean Etienne A. eine spannende Antwort auf die Sinnfrage. Und partiell fällt sie dabei so radikal aus, wie sie nur konzeptuelle Kunst zu geben vermag. Ein veritables MacBook oder eine einzigartige Swatch Uhrensammlung beispielsweise unter Farbe begraben, um sie zu entsorgen – das muss zuerst einmal gemacht werden! Beeindruckend in Konzept wie Umsetzung.

Hans Peter Riegel: Die Arbeiten sind wunderbar und verdienen es ausgestellt zu werden! Daniel Mettler: Bin ganz des Lobes voll. Matthias Freuler: Bilder toll, Idee dahinter super, 200% A. Patrick Rohr: Wunderbare Arbeiten, gefällt mir sehr. Hans Rudolf Schuppisser: Klar im Konzept, künstlerisch eigene Linie, interessante Tableaux, bemerkenswerte Sujets. Gespannt auf mehr. Rinaldo Dieziger: Leuchtend. Und akribisch. Ruedi Wyler: Fasziniert, mir fehlen die Worte. Markus Hammer: Der Weg ist das Ziel. Top! Diana Strebel: Interessant und vielschichtig. Beat Aebi: Simply and just ingenious. Thomas Meyer: Absolut eindrücklich, haut mich fast vom Sockel. Uli Wiesendanger: Es provoziert ein nicht unangenehmes Gemisch von Bewunderung und einem Tröpfli Neid. Ivano Colombo: Che persona in gamba. Isabelle Arnau: I like what I see. Martin Friess: Ganz andere „Denkmäler“, wirklich andere. Markus Ruf: Schön, dass die Kunst, die er heute macht, mindestens so interessant ist wie die Auftragskunst, die er früher gemacht hat. Ursula Graf: Genial. Pascale Wiedemann: Compliment! Dietmar Henneka: Für mich gehört er wahrlich zum Urgestein in Kreativität und Lebensleistung. Sam Scherrer: Hat mich sehr beeindruckt. Viviana Chiosi: Oh wohowoo, sehr schön. Beatrice Mächler: Unbedingt Bescheid geben, wenn die Bilder mal ausgestellt werden. Geri Aebi: Schon bei den ersten Werken ziemlich baff. Ganz grosses Kino! Sacha Moser: Bin sonst kein grosser Kunstkäufer, aber in diesem Fall… Bernhard Abegglen: Gefällt mir und ich hätt‘ gerne eins davon. Tom Zürcher: Ist das „Never Again 1994“ schon weg? Simon Walter: Den blauen Schreibtisch würd‘ ich mir gerne an die Wand hängen. Und nicht nur den. Louis Schlegel: Super. Freu mich auf die Ausstellung. Peter Urs Naef: Freue mich auf die Vernissage!


Jean Etienne A. je@jeanetiennea.chwww.jeanetiennea.ch


René Burri – Burri in motion

„Fotografien aus 50 Jahren Cinéma“

9. November 2012 bis 19. Januar 2013

Vernissage: 8. November 2012, 19.00 bis 21.00 Uhr
Location: NOMOS Glashütte/Zürich, Spiegelgasse 13, 8001 Zürich, www.nomos-schweiz.ch


„Burri in motion“: Fotografien aus 50 Jahren Cinema

Die Pop-up-Galerie Burgerstocker präsentiert Arbeiten von René Burri bei NOMOS
Glashütte/Zürich. Vom 8. November 2012 bis 19. Januar 2013.

Über René Burri braucht nicht mehr viel gesagt zu werden – der wohl bedeutendste Schweizer Fotograf der Gegenwart ist hierzulande bestens bekannt. Viele Auszeichnungen und Ausstellungen sowohl in der Schweiz als auch auf der ganzen Welt haben ihn und seine Arbeiten unvergesslich werden lassen.
Von den 50er-Jahren an hat Burri mit seiner Kamera die Welt bereist, als Mitglied der berühmten Foto-Agentur Magnum mehr als ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte in Bildern festgehalten. Dafür wurde der heute 79-Jährige unter anderem mit dem Swiss Press Photo Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Burris Schulterblicke und Momentaufnahmen nähern sich dem Sujet, ohne je aufdringlich zu sein. Dies gilt für sein wohl bekanntestes Porträt – Che Guevara mit Zigarre – wie für jene Bilder, die vom 9. November bis 19. Januar im Zürcher Ladengeschäft der Uhrenmanufaktur NOMOS Glashütte zu sehen sind. Gemeinsam mit der Galerie Burgerstocker hat René Burri eine Auswahl seiner Werke zusammengestellt. Die meisten Fotografien werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert: Die Besucher dürfen sich also auf neue, ungesehene
Arbeiten freuen.
„Burri in motion“, der Titel der Ausstellung, spielt nicht nur auf den rastlosen Fotojournalisten an, sondern auch auf die Welt der „motion pictures“. Die Ausstellung zeigt Schauspieler und Regisseure bei ihrer Arbeit, Ikonen der Filmgeschichte in Schwarzweiß und Farbe. Neben zeitlos eleganten Uhren von NOMOS Glashütte können an der Spiegelgasse nun also auch Klassiker wie Gina Lollobrigida, Ingrid Bergmann oder Pedro Almodovar bewundert werden. Zur Vernissage am 8. November um 19 Uhr ist René Burri anwesend. Handsignierte Abzüge der gezeigten Arbeiten können während der Ausstellung bei der Galerie Burgerstocker in Auftrag gegeben werden.

Vernissage: 8.11.2012, 19 bis 21 Uhr, NOMOS Glashütte, Spiegelgasse 13, 8001 Zürich
Ausstellung: 9.11.2012 bis 19.1.2013
Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 18.30 Uhr und Samstag von 11 bis 17 Uhr
zusätzlich am Donnerstag, 22. November, bis 22 Uhr sowie an den verkaufsoffenen Sonntagen vor Weihnachten (2., 9. und 23. Dezember) von 11 bis 16 Uhr.

Hôtel Erotique

Dan Cermak (CH), Noël Fischer (CH), Cinzia Giunta Da Ros (I), Pier-Luigi Macor (CH), Anoushka Matus (CH), Sakiko Nomura (J), Hester Scheurwater (NL), Veronesi/Höpflinger (CH)

21. Juni - 23. Juni 2012

Vernissage: Donnerstag, 21. Juni 2012, 18.00 bis 21.00 Uhr
Finissage: Samstag, 23. Juni 2012, 18.00 bis 21.00 Uhr

Location: Gasthaus Zum Guten Glück, Stationsstrasse 7, Ecke Weststrasse, 8003 Zürich

Öffnungszeiten:
Freitag, 22. Juni 2012: 17 bis 21 Uhr
Samstag, 23. Juni 2012: 12 bis 18 Uhr


Weiter Informationen zu den Künstlern:
Dan Cermak (CH), Noël Fischer (CH), Cinzia Giunta Da Ros (I), Pier-Luigi Macor (CH), Anoushka Matus (CH), Sakiko Nomura (J), Hester Scheurwater (NL), Veronesi/Höpflinger (CH)

naloo